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Leipziger Buchmesse. Der Bruch Ost:West

Der Bruch Ost:West lebt weiter und ist in eine neue Phase getreten. War man bisher ggüber dem Aufbau von Fundamenten im anderen Teil Europas schon sehr nachlässig und hat damit Vorschub geleistet, dass der europäischen Einigungsprozess gewaltig gestört wurde, da man auf die kulturelle, sprachliche und gleichberechtigte würdevolle Basis gerne wortgewaltig verzichtete, so glaubt man jetzt wohl, den Punkt erreicht zu haben, durch Beschwichtig u den Griff in die politische Mottenkiste der abgelutschten Begriffe, wenigstens die eigenen Felle in Sicherheit zu bringen und sich dabei nicht zu verzetteln. Denn die Neuaufteilung Europas steht am Rande zur militärischen Begradigung und man braucht sich im Westen auch weiterhin nicht um den achtvollen und würdevollen Weg eines Mitteinander in Frieden zu bemühen. Die Kultur, wie an sovielen Ecken schon bewiesen, trägt als Mikrokosmos die Möglichkeiten in sich, den Konflikten anders als durch Chauvinusmus, Größenwahn und Krieg zu begegnen und kann auch Kräfte in Form einer Meditation freisetzen, die das zukünftige Zusammenleben in Verschiedenheit ermöglicht. Bis hin zur Frage des Solidarischen zwischen Hiesigen und Hergekommenen, die sie positiv beeinflusst. Man muss es nur als Investition in den Frieden und in den gelebten Wohlstand verstehen.
Am Geld scheitert es nicht, wie man dies am blühenden Geschäft mit Waffen, Panzern und Fakes in Zahlen gut ablesen kann.

9.2.2022. Die Absage der Messe. Soweit ich das überblicke sind es zwei Hauptgründe f die Absage:Einerseits die Manga-Angst wg der Pandemie u der zweite,  wohl tiefgründigere Grund, der noch gar nicht richtig gefasst ist, ist die sich  heranschleichende Erkenntnis, dass Leipzig – insbesondere f die Verlagskonzernschiffe – aus Kostengründen ohne weiteres auch ausgelassen werden kann. Und: Der ostdeutsche Literaturbereich hat sich im Westen eingefunden, er braucht keine weitere ‚Sonderbehandlung‘. Sie machen ohne Leipzig mehr Geschäft, wie die Euphorie über die Umsätze zeigt. 
Das gilt nicht f literarisch orientierte Verlage, wie die Wolff- und ARGE Verlage, auch nicht f Suhrkamp, Hanser u.a; aber die haben nicht die ökonomische Kraft, das ganze finanziell, mit Messe u Stadt, zu stemmen. 
Da müsste ein neues Konzept der vorauseilenden Erkenntnis verfolgt werden, dass nähmlich Literatur u Kultur, dass Übersetzungen und Wahrnehmungen des Seelischen, dass aus allen Sprachen spricht, der befestigte gesellschaftlich offene Weg in unser Aller friedlichere Zukunft ist, die einzig den sich steigenden Hass und die sich dahinter verbergenden sozialen – u unbeantworteten – Fragen zu Leibe rücken könnten. 
Dazu gehört  Mut und der Wille, diese Zukunftspotion tiefgreifend zu fördern, wie man es dzt. f Atom und Neoliberalismus tut. Dass wiederum würde aber den tiefen gesellschaftlichen Riss erst deutlich machen und sich dessen ernsthaft anzunehmen, dazu gehört noch mehr  Mut, da es alles, was bisher gewohnt war, in Frage stellt und zur Neubewertung im Globalen zwingt.
Nur, so notwendig diese Wende wäre, ich sehe keine gesellschaftliche, noch politische Kraft, die derartiges im Sinn hätte. Und die derzeitigen zivilkritischen Strömungen verharren perspektivlos in der kleinbürgerlichen Absicherung der über die Jahrhunderte erworbenen Privilegien, die sich in Europa kulminiert haben und endet in Jammerei und Depression.

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