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Vergeblich suche ich und find fast nichts. Die Gemeinderatswahlen in Kärnten am kommenden Sonntag. (Über)-Leben in Zeiten, wie diesen. Nr. 14 Gledam in nič ne najdem. Volitve na Koroškem.

Wir haben wieder Wahlen in Kärnten. Man merkt nicht allzuviel, was in erster Linie der Pandemie geschuldet ist und das, was man hört, lockt auch nicht gerade einen Jubelschrei donne (= kärntnerisch heraus, hervor). Es bleibt beim Lockdown. Alles, was man hört, klingt eher nach einem Long-Covid-Krächzer und keinem lock-donne. Programmatisch, wie sprachlich. 

Nachdem ja im Land die ursprünglich erste Sprache, das Slowenische, lange zum Verstummen gebracht wurde, hat sie sich in den letzten Jahrzehnten ein wenig Anerkennung und Achtung erzwungen. Proportional zu ihrem flächendeckenden Verstummen hat sie sich durch Literatur und Kultur größere Beachtung verschafft, als ihr zustehen würde, meinen einige. Durch die Vervollständigung eines Teils der Ortstafeln hat sie Sichtbarkeit erlangt und es geschafft, dass der einhundert Jahre das Land prägende Konflikt vom Tisch gewischt wurde. Durch zahllose Auszeichnungen, wie Maja Haderlap,  und den Literatur-Nobelpreis an Peter Handke, um nur zwei der Zahlreichen anzuführen, hat sie sogar einen kleinen Kultstatus erlangt.

Jetzt muss man wissen, dass die Frage, ob eine, zwei oder mehr Sprachen in unserer Gegend gesprochen werden dürfen, über Jahrzehnte zur Grundsatzfrage von Gut und Böse erklärt wurde. Anfänglich, in den Jahren nach der Volksabstimmung 1920, durch Arbeitsverweigerung. ‘Behälts du deine Sprache, kriegst keine Arbeit und kannst gehen.’ Viele gingen fort und kamen nie wieder. Der jüdischen Diaspora nicht unähnlich, nur in geringerer Zahl, aber dadurch um nichts weniger tragisch. Während des Zweiten Weltkrieges durch Aussiedlung und durch Köpfen der sprachlichen Deliquienten. Nur in den Wäldern war die verfolgte Sprache gern gehört und waren deren Sprecher auch die, die sich innerhalb des Dritten Reichs diesem zur Wehr setzten. Bald nach dem Krieg ging es durchs Vergessen der gegebeben Versprechen, die zwar in einem Staatsakt festgeschrieben wurden, weiter und dadurch, dass man die slowenische Sprache 1958 vor die Türen der Volksschulen setzte und die Menschen zum Outing und zum Bekenntnisprinzip zwang, verstummten Viele. Für die Wenigen, die sich nicht einschüchtern ließen, wurde Sprache lernen ein stilles Trotzen für Außenseiter und musste durchs Nachsitzen ersessen werden. 

Das alles geschah unter dem Applaus der Parteien, des Abwärtskämpferbundes, des Heimstdienstes, der Gewerkschaft, der Medien, der Kammern u.v.a.m. Wagte da einer nur den Kopf zu heben und wollte er oder sie auch nur einen Ton – in der falschen Sprache – sagen, war er allseits geächtet und ein Jemand, der oder die den Frieden im Land stört. Letztendlich ein Gefärder der Demokratie und ein sturer slowenischer Nationalist, für den man auch schon genau wusste, wo er oder sie hingehört: ‘Hauruck über den Loibel!’
Alle ruckten und duckten sich nicht sogleich, auch in die hiesigen Täler zog irgendwann frischerer Wind und im Zuge des Wiederaufbaus hatte sich der wachsenden Wohlstand auch als eine Frischzellenkur des Denkens erwiesen: Komitees vervollständigten Otstafeln, zweisprachige Zeitschriften machten ihre Gehversuche, Bücher wurden erstmals übersetzt, in den Medien besprochen und sie erleichterten vielen, die eigene Kindheitssprache, oder Erzählungen ihrer Eltern und Großeltern zu verstehen; im freien, nichtmonopolisierten Äther hörte man die Sprache flächendeckend und nicht mehr nur in homöopathischen Zeiten, bewegte Bilder gesellten sich bescheiden dazu. Internetplattformen machten zweisprachige Ortstafeln populär, im Konsens traten zwei einstige verfeindeten Strömungen gewichtig gemeinsam und versöhnlich auf; zigtausende plädierten für das verbriefte demokratische Recht auf Sichtbarkeit der Sprache und für zweisprachige Ortstafeln. 

Und dann war die Ortstafellösung auf einmal da. Dass, was Jahrzehnte wie ein heiliges Schreckgespenst zur Verdrängung der Sprache und Dezimierung ihrer Sprecher gute Dienste geleistet hat, brach innerhalb kürzester Zeit in sich zusammen. Zur hundersten Wiederkehr der Volksabstimmung entschuldigt sich der Bundespräsident Van der Bellen bei allen Sloweninnen und Slowenen für das erlittene Leid und alle Versäumnisse, die die Umsetzung festgeschriebener Verfassungsrecht verhindert haben. Ein wichtiger Trost für den entstandenen Schaden. 

Und jetzt stand man da und konnte kaum glauben, dass das hundertjährige Schreckgespenst im hohlen Sack mit heißer und verbrauchter Luft verrottet. 
Warum ward vielfach nicht gefragt, wie auch jetzt kaum jemand sich Gedanken machte, wie das, was man gerade überwunden und an neuer Lebensqualität hinzugewonnen hat, zu erhalten, geschweige denn, auszubauen wäre. Man nahm es mehrheitlich hin, hinwegekommen zu sein und fragte lieber nicht, was man als Politiker, Gewerkschafter, Kammerer, Medienmensch in Print und Fernsehen,  beigetragen hat, und war wohl froh, für eigene vergangene Versäumnise nicht auch noch belangt zu werden.  

Wenn uns das vergangene Jahrhundert etwas lehrt, dann, dass Sprachen Kultur, dass Kultur Achtung (des und der Anderen, der Hiesigen und der Hergekommenen) ist, dass Achtung Würde in Frieden ist. Und, dass nur so Kriege verhindert werden.

Im Wissen darum, wie knapp wir auch in unsereren Breiten, wegen der Hochnäsigkeit anderen Sprachen und Kulturen gegenüber, an der Katastrophe – schon mehrmals –  vorbeigeschrammt sind, ist es kaum zu verstehen, warum bei Wahlen, (die als höchste Form des demokratischen Willens unserer derzeitigen Gesellschaftsform geprießen werden), die meisten Parteien noch immer glauben, mit ihrer einsprachigen Eindimensionalität durchzukommen und von den hier lebenden Menschen gewählt werden sollen. Hat uns doch gerade unsere Geschichte der letzten hundert Jahre in Kärnten gelehrt, wohin sprachliche Überheblichkeit führt und zugleich hat sie uns – wie durch ein Prisma – gezeigt, dass der in der Gesellschaft verborgene und im eigenen Gehabe (der Partei, der Gewerkschaft, der Kammern, der Medien…) versteckte Großmachtchauvinismus noch immer eine offenen Agora der freien Begegnung verhindert. 

Ohne einen radikalen Bruch wird es nicht gehen. Was das heißt? Solange nicht alle Parteien, Gewerkschaften, Kamnern, Kirchen, Institutionen, Medien u.v.a.m. allen hiesigen Sprache der hier lebenden Menschen in geeigneter Form (Zeitungen: Zusammenfassungen. ORF: Untertitelung. Parteien: Zusamnenfassungen, Hompages, eigene Flyer) und selbstverständlich Geltung geben und auch offensiv im Betrieb, den Ämtern, den Kirche, in der Wahlwerbung, auf Plakaten usw. anwenden, wird der Geist der assimilierenden Vergangenheit die freie Entwicklung des Umganges miteinander zunehmend behindern. 

Gerade der laufende Wahlkampf zeigt gut auf, wo wer im Verständnis dieses einfachen, aber für die Demokratie bedeutsammes, Menschenrechtes auf Sprache ist. 

Wo stehen im derzeitigen Wahlkampf die Parteien? 

–  ÖVP, FPÖ, Team Kärnten und SPÖ kommen alle ohne der slowenischen Sprache und der Sprachen der hier lebenden Menschen aus. – Die Neos geben sich sichtlich Mühe und bringen wichtige Teile ihrer Botschaften zumindest auch auf Slowenisch, Italienisch und Englisch.  – Die Grünen schwächeln in der zweisprachigen Präsentation und beschränken sich in Klagenfurt auf einen Satz im Kulturprogramm. Heute hat sich Sonja Koschier zum Tag der Muttersprachen geäußert . – Wie weit sich KPÖ dahingehend outet, konnte ich nicht erkennen. – Dass die EL konsequent zweisprachig ist, ist selbstverständlich und fast logisch, umsomehr ist es lobenswert. Hier ein Bericht von Clara Milena Steiner in der Krone darüber. – Sowohl bei den Grünen als der KPÖ stehen zwei Angehörige der Kärntner Slowenen an der Spitze der Partei. – Keine der Parteien hat in ihren Werbematerialien Klagenfurt auch als Celovec bezeichnet, wiewohl es die Hauptstadt aller ist. – Keine der Parteien hat es für notwendig oder erstrebenswert gefunden, die in Kärnten lebenden und systemwichtige Jobs ausübenden Arbeiter und Abgestellten in ihren Kindheits-, Mutter- und Vatersprachen anzusprechen.

Solange Worte und Taten so erschreckend weit auseinander klaffen, wird es bei Beteuerungen – ohne merklicher Verbesserung, fürchte ich – bleiben. Damit bleibt man aber auch selbst Teil des Problems, nicht der Lösung.

Malokje se v tem volilnem boju najde slovenski jezik, da o jezikih prišlekov ne govorim. Preteklo stoletje nam je predočilo, kaj pomeni ponižanje jezika, v kakšni naglici se lahko preobrne celoten sistem demokracije v sistem uničevanja. Koroški primer pod drobnogledom je pa tudi primer, kako iz preteklih zamud in napak preiti v smer spoštovanja in upoštevanja človekovih pravic. Dokler se besede in dejanja tako razhajajo, so akterji del problema in niso del rešitve.

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Auf der Suche nach den heimischen Sprachen oder Wieder einmal Ortstafeln. (Über)Leben in Zeiten wie diesen Nr. 13

Jeder, der sich heute über die unzeitgemäßen Streichung und Ausradierung der – eh ansich wenigen zweisprachigen Ortstafeln – berechtigt, aufregt, sollte sich zeitgleich auch fragen, was er dazu beigetragen hat, dass die Zweisprachigkeit seit der Ortstafellösung vor 10 Jahren im öffentlichen Raum auch gelebt wird.
Sind es nicht die Nachlässigkeiten, die den Boden für solche Aktionen bieten und zu seinem Hummus werden?


Die Medien werden sich die Frage gefallen lassen müssen, warum sie noch immer nicht – wenigstens – Zusammenfassungen auf Slowenisch und in den Sprachen der Hergekommenen bringen? Der ORF, warum er es bis heute zu keiner Untertitelungen in diesen Sprachen gebracht hat? Die Parteien, die so gern die Integration fordern und predigen, nicht einmal im Wahlkampf soviel – wenigstens wahlopportunstischen – Mut aufbringen, (wo es angeblich um jede Stimme geht), dass sie das Wenige, dass sie zu sagen haben, auch auf Slowenisch und in den Sprachen der Hergekommenen, die schon wählen dürfen, verkünden?
Einzig die Neos unter Janos Juvan in Klagenfurt/Celovec sind mit ihrer Presseaussendung auf Slowenisch, Englisch und Italienisch mutig hervorgetreten, und die Grünen haben zumindest in Klagenfurt das Kulturthema für Celovec auch auf Slowenisch angesprochen, dank Sonja Koschier; was jedoch schmerzt, wenn man bedenkt, dass die Vorsitzende Olga Voglauer es geschafft hat, dass ein Bundesgesetz – in 100 Jahren erstmals – auch auf Slowenisch veröffentlicht wird, in der Landeshauptstadt aber das Werbematerial faktisch ohne der einst ersten Sprache im Land auskommt.


Schön ist es auch zu wissen, dass es im Land auch andere, positive Signale gibt. Würdigen wir die Beschlüsse in St. Jakob/Šentjakob, alle 23 Otstafeln zweisprachig zu vervollständigen und auch Sittersdorf/Žitara vas, die sich nach Jahrzehnten überwunden haben, dem Dorf Sielach die ursprüngliche Namensnennung Sele hinzuzufügen, obwohl sie einst den Dorfbewohner Kukovica strafrechtlich dafür verfolgt haben…

Začudeno gledam, kaj se v predvolilnem metežu vse dogaja in gledam, kje bi se moj domači jezik in jezik prišlekov našel in slišal? Zamolklo se vsedem na klop pri peči in se vprašam, zakaj vsi, ki se čudijo, da se table skrunijo, v preteklih desetih letih ničesar niso podvzeli, da bi se dnevno slovenski jezik in jezik prišlekov zasidrav v zavesti in v javnem prostoru in bil tako viden in slišen za vse. Tudi tiste, ki jih moti, bi s tem morda dosegli in njihov prostor sovraštva bi bil ožji. In če že to ne, vsaj opogumili jih ne bi.


Zakaj še nimamo v časopisih dnevno povzetke v slovenščini in v jezikih prišlekov? Zakaj nimamo v ORFu podnaslove v domačem jeziku in naših sotrudnikov? In zakaj politične partije, vsaj v volilnem boju, kjer jim je menda vsak glas zlatá vreden, ne lovijo glasove v slovenščini in v jezikih sistemsko potrebnih?


Dokler se dejanja tako od besed razlikujejo, se nam ni treba čuditi, da se mulci – al pa ponaševalci – upajo – morda bolj iz ‘angeberije’ – in ponoči packajo po tablah. Z malo več odprtosti posameznika, družbe in medijev najbrž do tega niti ne bi prišlo.

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Alissa Ganijewa: Verletzte Gefühle (Über)Leben in Zeiten wie diesen Nr. 12

Als die ersten überschwenglichen Reaktionen zu Alissa Ganijewas Buch Verletzte Gefühle eintrafen und ich endlich das gedruckte Buch auch in Händen halten konnte, schrieb ich dem Übersetzer Johannes Eigner folgenden Brief. Euch bitte ich – lest es einfach. Ich bin gespannt, ob es euch auch so hineinzieht. Ich würde mich freuen!

Lieber Johannes, 

vom ersten Gespräch über das erste hineinlesen in die Rohübersetzung zum vorliegenden Buch ist einige Zeit vergangen und das Buch ist gereift. Oft geht es mir beim Lesen eines Buches aus dem eigenen Verlag so, dass ich das fertige, nachdem ich das Manuskript gelesen habe, längere Zeit nicht in die Hand nehmen will. Es muss abliegen.

Gestern hat mir Matei das schöne fertige Buch zuhause vorbeigebracht und ich habe spät in der Nacht noch im Bett zu lesen begonnen. Alissa und du ihr seid verantwortlich, dass die Nacht um meinen Schlaf gebracht wurde und ich heute Zeitfenster suche, um weiter zu lesen. Wie in besten Zeiten mit den besten Büchern! Seit bedankt! Pažalsta!

Ich fürchte,  es wird eine Magnum sein müssen!

Herzlichst!

Lojze

Der Wieser Verlag hat sich schon Frühzeitig mit der Entwicklung im europäischen Osten verlegerisch zu beschäftigen begonnen. Ergebnis dieses meist nicht gewürdigten Interesses sind die zahlreichen Publikationen, von Europa erlesen bis zu den von Norbert Schreiber herausgegebenen Bänden zu Russland. Der Band zu Politkowskaja oder auch der Kaukasische Kreidekreis sind mitlerweile zu wichtigen Quellen der breiten Einschätzung der gesellschaftlichen Entwicklungen in diesem Teil der Welt geworden, zumal die zeitnahe Einschätzung für den weiteren Verlauf der europäischen Widersprüche von unschätzbaren Wert ist, auch wenn sie von den hiesigen Analysten und kulturell interessierten Kritikern meist gerne der Oberflächlichkeit und dem Übersehen geopfert werden.
Nichtsdestotrotz: Es gibt vieles zu entdecken und es ist oft nicht so, wie es sich darstellt, aber auch nicht, wie es scheint. Umsomehr ist man heute gefordert, der Literatur, dem Essay und der Lyrik zu vertrauen und mit ihnen – als Prisma in das Kommende zu schauen.

Hier eine Auswahl aus unserem Programm

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Die Barbaren sind längst unter uns. (Über)Leben in Zeiten wie diesen Nr. 11

Einleitendes.

Jetzt hab ich über ein halbes Jahr in meinem Blog geschwiegen. Zuviel der andern Arbeiten drängten sich vor. Nach drei Lockdowns und einer Corona-Erkrankung, die noch nach acht Wochen ihr Spiel mit uns, Barbara und mir treibt, und zeigt, dass die Langwirkungen erbärmlicher sind, als man sichs je gedacht hätte.
Nach der Zeit des langen Nachdenkens schien es mir an der Zeit, dass ich mich vielleicht doch wieder mit meinen bescheidenen Gedankengänge einbringe. Es tut weh, was sich gesellschaftlich abspielt und es schmerz, in welch schnellen Tempo gefestigt geglaubte kulturelle und demokratische Errungenschaften den Bach hinunter gehen.
Dazu schweigen – das war mir in den vergangenen fünf Jahrzehnten nicht gegeben, warum dann jetzt, oder? Vorlaut zu sein und sich Wichtig nehmen, das liegt mir nicht, zuviel der Minderheit ist in mir, das mich bremst und dann eher patschert erscheinen lässt und – da ist die Konkurrenz der Selbstdarsteller*innen auch zu groß, der ich mich nicht unbedingt stellen brauch.
Mich aber zu Fragen zu Wort zu melden, wenn die Wegkreuzungen ein Vorangehen vernebeln und wenn Zweifel überhand nehmen, interessiert mich schon eher und vielleicht kann ich auch – aus meinen drei großen Scheiterungen der vergangenen Jahrzehnte – die eine oder andere Sichtweise einbringen, die in den Zentren, bei den selbstverliebten Salons und den Verweigerern aller Schattierungen gerade nicht ins Augenmerk genommen werden. Oder auch nur, weil es mir auffällt, weil ich dazu eine Haltung einnehme, für die ich stehe und mich in meinen Sprachen einsetze.

Zunehmend gehen mir die Wadelbeißereien, das Schlechtmachen in Permanenz, das sich Wichtigmachen, das Besserwissen u zugleich nichts zur Veränderung Brauchbares vorzuschlagen auf den Nerv. Interessant ist, zu beobachten, wer das meiste Fett abbekommt: Die, Grünen, dann Personenen wie Anschober u. Kogler; weniger die Roten u Neos, weniger schon die Blauen und am Wenigsten die Türkisen.

Schaut man sich jedoch die gesellschaftliche Verantwortung an, ist es wohl umgekehrt. Aus dieser Realitätsverschiebung herauszufinden, die eine Sackgasse ist und die verantwortlich ist, dass still und seicht die konservativen u reaktionären neuen Gedankeninhalte Wurzeln schlagen, wäre eigentlich die drängende Aufgabe,  wollen wir nicht in einer inhumanen, demokratiefremden und -feindlichen Wirklichkeit aufwachen. Dafür wird Hirnschmalz u nicht nur Spucke, dafür wird Dialog und nicht nur Parteizugehörigkeit und -hörigkeit verlangt, dazu ist nicht nur objektive Meinung, sondern individuelle Haltung erforderlich und die zwingende Selbsthinterfragung von Nöten, um wieder einen gesellschaftlichen Raum von Achtung und Würde zu errichten.

Alteingefahrene und verschlissene Methoden greifen nicht mehr,  falsche Antworten deprimieren. Wie es war, bleibt es nicht. Nur, wie es sein wird, hängt wohl davon ab, ob man sich aus der Zone der  selbstbefriedigenden Privilegien heraus beginnt dagegen einen Damm zu bauen und zur Neugestaltung des friedlichen Zusammenlebens übergeht.

Man brauch es eigentlich nur zu tun. Der friedlichen Zukunft und der Achtung willens. Alles andere, von Hass bis Krieg, das hat uns das 20. Jahrhundert schmerzlich und nachhaltig vor Augen gefüht, hat die Seelen zerfressen. Das Zerstörende wächst und verbeitet sich, wie von selbst. Und: Die Barbaren sind längst unter uns.


Ein Gedicht:


Konstantinos Kavafis
Warten auf die Barbaren

Worauf warten wir, versammelt auf der Agora?

Es heißt, die Barbaren kommen heute.

Warum diese Untätigkeit des Senats? Was sitzen die Senatoren / herum und verabschieden keine Gesetze?

Weil die Barbaren heute kommen. / Was für Gesetze sollen die Senatoren noch machen? / Wenn die Barbaren da sind, werden sie die Gesetze machen.

Weiterlesen bei Gerda Kazakou